Viel Spaß beim lesen...

 

ADVENT, ADVENT...                 

Gestern brannte die erste Kerze am Adventskranz.

Ja, langsam wird es ernst mit der Vorfreude auf Weihnachten.

Was ? Sie haben keine Vorfreude ? Ihnen wäre am liebsten, wenn alles schon vorbei wäre... ?

Machen Sie es doch einfach mal anders: Geben Sie Ihren innerlichen Protest gegen die Hektik auf und lassen Sie sich tragen von der Tradition des Advents. An vielen Tagen dieses Monats können wir besinnen und nachdenken. Horchen wir hinein in die Tage voller Bedeutung.

Am 4. Dezember geht es los mit dem Namenstag der Heiligen Barbara, die als Schutzpatronin der Artilleristen, Bergleute, Architekten, Glöckner, Verwundeten, Bauarbeiter, Feuerwehrleute. Und sie ist auch für das Wetter und die Liebe verantwortlich. Ihre Lebensgeschichte ist eher undramatisch, sie lebte im 3. Jahrhundert als Tochter eines reichen Heiden und da sie heimlich dem Christentum anhing, von ihrem Vater in den Kerker geworfen und zum Tode verurteilt. In ihrer Zelle brachte sie einen Zweig zum Blühen, was den Brauch der Barbarazweige erklären soll. Wie bei vielen Heiligengeschichten wurde die Volksgläubigkeit einer bestimmten Person aufgepfropft, die der Kirche passte. In Wahrheit geht die Barbaraverehrung auf alte germanische Traditionen zurück.

Am 6. Dezember ist das Fest des Heiligen Nikolaus und das ist der Mann, der die Gaben den braven Kindern bringt. Im Mittelalter war der Heilige Nikolaus für die wirtschaftliche Entwicklung der Städte ganz besonders wichtig. Zu dieser Zeit durften nur Juden Geld verleihen und diese forderten nicht nur Zinsen, sondern auch Bürgen. Nun hatten viele Handwerker natürlich keine Bürgen - soll heute auch nicht anders sein - aber die Geldverleiher akzeptierten auch eine Bürgschaft des Heiligen Nikolaus. Dazu zündete der Handwerker abends in der Kirche vor der Statue des Heiligen eine Kerze an. Brannte sie am nächsten Morgen noch, hatte der Heilige die Bürgschaft akzeptiert, verschlöschte sie in der Nacht, war sie abgelehnt....
Waren die Geldverleiher so dumm ? Keineswegs, denn die Bürgschaft des Heiligen Nikolaus war eine sehr gute Sicherheit. Die Gläubigkeit der Handwerker war nämlich so tief, dass sie sich lieber eine Hand abgehackt hätten als den Heiligen zu enttäuschen. So funktionierte das System über Jahrhunderte klaglos.

Vor dem Nikolaustag war es aber lebensgefährlich. Die Nacht vom 5. auf den 6. Dezember ist die erste Rauhnacht. Vom frühen Dunkelwerden bis zur späten Morgendämmerung war hier im Mittelalter der Landfriede außer Kraft. Es war der Tag der Rache und der Tag der Feme. In dieser Nacht wurden geheime Urteile vollstreckt und jedermann konnte Blutzoll fordern. Da schloss man sich ins Haus ein und verrammelte die Türen. In vielen Gebieten, besonders im Alpenraum ist diese Tradition nicht lebendig und am Abend des 5. Dezember treiben verkleidete Hexen, Teufel und andere Schreckgestalten ihr Unwesen. Beispielsweise der Butzelmann - regional auch Krampus- , eine teufelsähnliche Gestalt mit Kette und Sack, der die bösen Kinder einsammeln soll, damit der Nikolaus am nächsten Tag nur gute vorfindet.


Doch die Kinder wissen sich trickreich zu wehren: Sie basteln aus Dörrpflaumen einen Krampus und stellen ihn ins Fenster. Und wenn der ''richtige Krampus'' vor dem Haus ist, dann soll er meinen, ein Kollege wäre schon da und weiterziehen...

Am 8. Dezember wieder ein früher hoher kirchlicher Feiertag, den man abgeschafft hat. ''Maria Empfängnis''. Da über solche Dinge wie Empfängnis im Religionsunterricht früher natürlich nicht geredet wurde, gab es zu diesem Tag auch nur sehr knappe Erklärungen, die dann später zu Missverständnissen und Kritiken Anlass gaben: 8.  Dezember Marias Empfängnis und 16 Tage später die Geburt. Das konnte doch etwas nicht stimmen! Oder doch ein Wunder?


Weder noch. Der Feiertag bezieht sich auf die Mutter Marias, die Heilige Anna und empfangen wurde an diesem Tag nicht Jesus von Maria sondern Maria von ihrer Mutter...


UNSERE ADVENTSGESCHICHTE

.... Und es geschah im Advent,

da beschloss unser Herr, den wir Jesus Christus nennen, auf die Erde zu gehen, um zu sehen, was die Menschen nach zweitausend Jahren aus der Welt gemacht hatten. Seine Wahl fiel auf Deutschland, denn dort jammerten die Menschen am meisten und besonders schlimm sollte es um die Gesundheitspolitik stehen. Vielleicht war es ihm doch möglich, dem einen oder anderen zu sagen ''Stehe auf und wandle...“
Und so kam er auf die Erde und war gerührt. In den Fußgängerzonen flimmerte und glitzerte es, die Menschen waren glücklich und froh, wenn der Geldautomat Euro ausspuckte und sagten nur dann 'verdammt', wenn er die Karte einbehielt. Und die Menschen waren freundlich und sagten 'Gott sei Dank', wenn sie alle Einkäufe erledigt hatten oder einen Parkplatz fanden.


Als er müde wurde, ging er in eine Kirche, hörte den Liedern zu und den Gebeten und war ganz zufrieden mit den Pfarrern. Ja, auch das Bodenpersonal spurte...
Nach dem Gottesdienst blieb er noch etwas in der Kirche und da fiel ihm eine Frau an einem Seitenaltar auf, die weinte. Er musste gar nicht fragen, denn er wusste sofort, dass sie Frau allen Grund hatte zu weinen, die Krankheit war sehr weit fortgeschritten und Weihnachten würde sie wohl nicht mehr erleben. Und er ging hin zu der Frau, streichelte ihr über das Haar und sagte: 'Gehe hin zu Deinen Lieben und sorge Dich nicht, ich habe Dich gesund gemacht und Du wirst keine Schmerzen mehr haben'. Da weinte die Frau noch mehr, obwohl sie plötzlich nach Monaten schmerzfrei war. Und sie war sehr, sehr dankbar.
Der Pfarrer, aufgeschreckt vom Lärm des Weinens einer Frau, kam aus der Sakristei und fragte, was da los sei. Und die Frau sagte 'Er hat mich gesund gemacht, ich habe keine Schmerzen mehr'. Da wurde das Gesicht des Pfarrers frostig und er wandte sich an Jesus Christus, den er nicht erkannte und fragte 'Sind Sie Arzt?' Und Jesus Christus lächelte milde und schüttelte den Kopf. Da wurde der Pfarrer böse und sagte, dass dies ein Haus Gottes wäre und es nicht zu dulden sei, dass darin Kurpfuscher und Scharlatane ihr Unwesen trieben. Und als die Frau ihm die ganze Geschichte erzählte, holte er die Polizei.


Der Kommissar war durchaus menschlich. Aber bei aller Menschlichkeit musste er doch einsehen, dass da irgendetwas faul war und er überdachte die Fakten. Da war ein Mann ohne Papiere, der sich in der Kirche an Frauen heranmachte, ihnen über die Haare strich und die Würde des Gotteshauses in den Schmutz zog. Nur ein Kurpfuscher, oder aber ein Sittenstrolch oder gar ein Betrüger? Schwere Fragen für den Kommissar.
Die Angelegenheit wurde noch mysteriöser, als ein Anruf aus der Psychiatrie kam, wohin man die Frau gebracht hatte: Die Geschichte von der Krankheit, die sie behauptet hatte, war offensichtlich falsch. Sie war kerngesund. War sie eine Komplizin? Was planten die beiden? Der Kommissar beschloss, keine eigene Meinung zu haben, sondern den Täter dem Haftrichter vorzuführen. Schließlich war dies ein Rechtsstaat und in diesem hatten Richter zu entscheiden, was gut ist oder böse sein könnte.


Der Haftrichter war durchaus menschlich. Aber bei aller Menschlichkeit musste er doch einsehen, dass dieser Mann weder Papiere noch einen festen Wohnsitz hatte. Und dass er dringend tatverdächtig war, gegen das Heilpraktikergesetz verstoßen zu haben. Und da es hierbei um das hohe Gut der Volksgesundheit ging, war jede Nachsicht und jede Milde fehl am Platz. Aber dennoch gab es hier ein kleines juristisches Problemchen. In der Psychiatrie hatte man festgestellt, dass die Frau gesund war. Also konnte der Täter, was immer er auf dem Kerbholz hatte, gar nicht geheilt haben. Und da der Haftrichter ein gründlicher Mensch war, rief er den Hausarzt der Frau an und wollte fragen, ob die Frau vorher krank gewesen sei. In der Praxis erreichte er nur den Anrufbeantworter: 'Tut mir leid, dass ich im Dezember keine Behandlungen vornehmen kann, da mein Budget der Krankenkasse leider erschöpft ist. In dringenden Fällen...'  Nach ein paar revolutionären Gedankenfetzen über Gesundheitspolitik und Volksgesundheit wählte der Haftrichter die Notfallnummer. 'Ja natürlich kann ich mich an die Frau erinnern. Sie war von der fixen Idee besessen, Krebs zu haben. Auch ein paar Befunde sprachen dafür. Die waren wohl nicht ganz richtig, denn wenn sie jetzt gesund ist, kann sie vorher nicht krank gewesen sein, so schnell geht das nicht...' Der Haftrichter unterbrach: 'Könnte es nicht sein, dass..., ich meine Wunder oder Spontanheilung oder so...?'. Der Arzt wurde böse: 'Also, ich bin Mediziner mit einer wissenschaftlichen Ausbildung. Für Wunder bin ich nicht zuständig, da fragen Sie den Pfarrer...“


Am Abend trafen sich Haftrichter und Pfarrer beim Bier in der Kneipe. 'Was hast Du mit ihm gemacht?', fragte der Pfarrer. 'Nichts', sagte der Richter, 'Wir stellen seine Personalien fest und lassen ihn wieder laufen. '. Und der Pfarrer entgegnete: 'Schlimm, nicht einmal die Kirche ist diesen Verrückten mehr heilig...'. Dann klingelte das Handy des Richters und nach dem Gespräch sagte er zum Pfarrer: 'Die Zelle ist leer, er ist nicht mehr da, einfach weg, durch die Mauern gegangen..., wie damals Euer Jesus Christus...'


Und Er, der die Erde besuchte, beschloss, seinen nächsten Geburtstag im Himmel zu feiern und als ihn Petrus fragte, wie es war, sagte er 'Schön, nur nächstes mal, wenn ich da runter gehe, mache ich das nicht ohne als Heilpraktiker zugelassen zu sein...“. Und sie tranken den Glühwein, den Er vom Christkindlmarkt mitgebracht hatte und stießen auf die Menschen an...

Diese Geschichte schrieb Wolfang Lammery. Jede Ähnlichkeit mit toten oder lebenden Personen und tatsächlichen Geschehnissen ist rein zufällig. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie unsere Website www.med-con.de und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Ihren Heilpraktiker sollten Sie nicht fragen, denn erstens weiß der nichts, zweitens wäre das ohnedies unwissenschaftlich und drittens macht er Sie gesund, was im Endeffekt nachteilig für das Bruttosozialprodukt der Ärzteschaft und damit schädlich für die Volksgesundheit ist!

 


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